Der Drang in die Freiheit

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1830 ist lange her, darum ist auch unsere kollektive Erinnerung verblasst daran, was es bedeutet, sich die Freiheit erkämpfen zu müssen. Zwar hantieren die meisten Parteien mit dem Freiheitsbegriff, aber offensichtlich ist der Begriff zur austauschbaren Marketingfloskel verkommen. Dass es Menschen auf der Welt gibt, die für die Freiheit ihr Leben auf das Spiel setzen, und dass sie sich auf ihrem Weg in die Freiheit nicht von irgenwelchen «Anreizen» aufhalten lassen, scheint ausserhalb des Vorstellbaren zu sein.

In der Präambel der Schweizer Bundesverfassung steht:

… gewiss, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen, …

Wer liberal ist, sollte sich freuen, dass die Menschen, die aus dem Nahen Osten auf dem Weg in die westliche Welt sind, von ihrer Freiheit Gebrauch machen, und sich nicht mit der Perspektive zufrieden geben, die eigenen Kinder in einem Flüchtlingslager aufwachsen zu lassen. Wer an die Stärke des Volkes glaubt, sollte sich freuen, dass sich nun Gelegenheit gibt, dies auch unter Beweis zu stellen, indem diesen Menschen eine Perspektive der Freiheit gegeben wird.

In der Arena von gestern war von dieser Freude nichts zu sehen. Für CVP-Pfister und SVP-Amstutz senden Deutschland und die Schweiz «verheerende Signale» aus, wenn sie den Flüchtlingen eine solche Freiheitsperspektive anbieten. Den Flüchtlingen soll stattdessen kommuniziert werden, dass es für sie am besten ist, wenn sie sich auf ein Leben in Flüchtlingslagern einstellen. Die Freiheit ist für euch nicht vorgesehen! (Wohl weil die palästinensischen Flüchtlingslager ja so ein Erfolgsmodell sind.)

Dabei müsste man die SVP-Slogans einfach konsequent anwenden. Da die SVP das nicht macht, helfe ich mit einem Remix nach:

freibleiben

Autor: David Herzog

Pirat, Humanist, Träumer, Designer, überzeugter Zweifler. Mein Zuhause ist auch hier.

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