22. September – so stimme ich ab

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Eidgenössische Vorlagen

22september

  1. «Ja zur Aufhebung der Wehrpflicht» – Ja. Junge Männer zum Kriegsdienst zwingen – das ist meines Erachtens respektlos, eine diskriminierende Gewaltzumutung, ineffizient und teuer, und es tradiert die traditionellen Geschlechterrollen, bei deren Überwindung wir endlich wieder einmal einen Schritt weiter kommen sollten. Ohne Abschaffung der Wehrpflicht ist die Armee nicht reformfähig und wird ihre Sinnkrise nicht überwinden. Jenen, die mit einer allgemeinen Dienstpflicht für Männer und Frauen liebäugeln, sei deutlich gesagt: Eine solche Zwangsarbeit ist mit der Europäischen Menschenrechtskonvention sowie dem UNO-Pakt II nicht vereinbar und daher fern jeglicher Umsetzbarkeit.
  2. Epidemiengesetz – Ja. Man könnte bei Betrachtung der vergangenen Epidemien-Medienhypes (SARS, Schweinegrippe usw.) denken, es bestehe keine Gefahr für echt gefährliche Epidemien. Die Spanische Grippe ist weit weg. Die Gefahr wird durch die hohe Mobilität aber immer grösser. Das neue Epidemiengesetz verschiebt Kompetenzen von den Kantonen zum Bund, da die Kantone mit wirklichen Ernstfällen überfordert sind und die nötige Koordination ein rasches Handeln erschwert. Ansonsten ändert sich nichts, entgegen den Einschüchterungsversuchen der verschwörungstheoretischen Gegnerschaft.
  3. Arbeitsgesetz – Ja. Gewerkschaften meinen, wir müssten uns ein schlechtes Gewissen machen, wenn wir in der Nacht einkaufen. Auch wenn ich einen A-Post-Brief verschicke, die Morgenzeitung lese, in den Ausgang gehe oder Nachts TV schaue, nehme ich Nachtarbeit in Anspruch – ohne schlechtes Gewissen. Wieso genau Einkaufen ein Problem sein sollte, ist mir unerklärlich. Es gibt viele legitime Gründe, in der Nacht einzukaufen. An ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen ändert sich durch das Gesetz nichts. Solche müssen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen bekämpft werden.

Kantonale Vorlage

  1. Volksinitiative «für mehr Demokratie» – Ja. Nach 1848, in den Anfangszeiten des schweizerischen Bundesstaats, durfte ein Genfer, der nach Zürich umzog, hier nicht abstimmen. Er brauchte ein zürcherisches Bürgerrecht, um teilzuhaben an der Demokratie. Erst nach und nach wurden diese undemokratischen Hürden verkleinert und schliesslich ganz abgeschafft. Heute haben wir die absurde Situation, dass ein zugezogener Genfer auch ohne Integration und Sprachkenntnisse sofort mitbestimmen darf, ein zugezogener Waldshuter, auch wenn er voll integriert ist, hingegen nicht. Wenn er beispielsweise sozialhilfeabhängig ist, hat er selbst nach 10 Jahren Wohnsitz keine Chance, ein Mitbestimmungsrecht zu erhalten. Eine Demokratie, die die betroffenen Menschen von den Entscheidungen ausschliesst, ist eine schlechte Demokratie. Die Welt wächst zusammen. Es ist Zeit für den logischen nächsten Schritt, hin zu mehr Demokratie.

Städtische Vorlagen

  1. Verkauf der kleinen Zeughauswiese – Ja. Zu einer sozial gut durchmischten Stadt gehören auch Wohnungen für besser Gestellte. Der Stadt droht wegen dem Projekt, das willkommene Millionen in die Stadtkasse spühlt, keine Gentrifizierung.
  2. Umzonung südliches Zeughausareal – Ja. Dito.

Autor: David Herzog

Pirat, Humanist, Träumer, Designer, überzeugter Zweifler. Mein Zuhause ist auch hier.

2 Kommentare

  1. Zugegeben, mann kann sich über die traditionellen Geschlechterrollen streiten, aber sie sind nun einmal so, wie sie sind, wie Gott sie verteilt hat, als er uns Männer erschaffen und mit der Rippe seines Ebenbildes Adam die Frau hinzugefügt hat, damit Adam sich im Paradies nicht so allein fühlen musste.

    Solange wir Männer unser ‚Ding‘ haben, werden wir wohl Männer bleiben, und solange die Frauen ihre ‚Dinger‘ haben, werden sie, bis bis anhin, uns Männer damit, in Sinne des Wortes, an der Nase rumführen, ob wir wollen oder nicht, der Trieb zwingt uns einfach dazu. Zumindest die Einen.

    Die Anderen haben, wahrscheinlich nicht zuletzt auch aufgrund ihrer Erfahrung mit ihrer Mutter und anderen Missbeliebigkeiten, von Frauen derart die ‚Nase‘ voll, dass sie sich lieber mit ‚Freunden‘ statt mit Weibern rumschlagen, es sei ihnen gegönnt.

    Um beim Thema zu bleiben, Menschenrechts-Konvention und andere ‚Individual-Rechte‘ hin oder her, wer annimmt, der ewige Frieden stehe , in Europa zumindest, eigentlich unmittelbar vor der Türe, wird sich, früher oder später, eine Besseren belehren lassen müssen. Es muss nicht uns, es kann auch unsere Nachkommen treffen, zumindest wird sich Vieles in Zukunft noch gewaltig ändern.

    Australien, Norwegen, England, drei Beispiele von Ländern und von Bevölkerungen, die vielleicht etwas ‚klarer‘ sehen als wir, die nicht davon ausgehen, dass der soziale Wohlfahrts-Staat die Lösung alles Probleme sei. Wir haben es einfach noch nicht zur Kenntnis nehmen wollen, was rund um uns so angeht, im Gegenteil die ägyptischen Ferienorte sind ja sicher, wir können also ruhig sogar noch dort Ferien machen, wo man sich mit Gewehren und Granaten bekämpft, es gibt nur weniger Stress und wir werden erst noch besser bedient…

    Die allgemeine Wehrpflicht gehört zum Fundament unserer ‚Art‘, unserer Schweiz. Wollen wir denn wirklich eine Armee, deren Soldaten keine Beziehung mehr zum Volk haben, so wie zum Beispiel in Agypten?

    Die allgemeine Wehrpflicht hat dafür gesorgt, dass der Zusammenhalt zwischen den Bürgerinen und Bürgern mit der Armee funktionierte, schaffen wir sie aber ab, wird auch dieser enge Zusammenhalt nicht mehr funktionieren. Wir werden nur noch die FAN’s als Soldaten haben, aber nicht mehr die, die eigentlich dafür sorgten, dass es auch in der Armee nicht allzu ‚militant‘ zu und her ging. Haben wir aber nur noch die SPINNER, dann bekäme ich selber auch meine Problem mit SO EINER ARMEE.

    Es reicht doch bereits, dass wir eine nationale MIKRO-RAMBO Truppe haben, die bereits wegen jeder Luftpistole mit einer Hundertschaft MP-tragender Roboter zum Einsatz kommt, brauchen wir denn wirklich auch noch militärische Kampf-Roboter, die in Eventuelfall gegen uns selber eingesetzt werden Könnten?

    Ich weiss, es geht eigentlich Vielen nicht um die allgemeine Wehrpflicht, es geht darum, einen Schritt weiter hin zur allgemeinen Abschaffung der Wehrpflicht zu gehen. Die aktuelle Abstimmung soll ein weiterer Schritt dazu sein, und man drückt sich eigentlich nicht einmal darum, das sogar relativ offen zuzugeben.

    Die Bevölkerung dürfte sich wohl im Sinne des Weiterbestandes der allgemeinen Wehrpflicht aussprechen, ich bin sogar überzeugt davon. Und die, die nicht in die Armee wollen, müssen ja auch nicht, irgend ein ‚Gebrechen‘ findet heute Jeder, der sich davor drücken will. Ein Problem ist es also, zumindest meiner unmassgeblichen Meinung nach, höchstens für solche, die ein Problem damit haben, vor anderen dann halt zugeben zu müssen, Armee-UNTAUGLICH gewesen zu sein.

    Das hat aber etwas mit dem Selbstwertgefühl zu tun, nicht mit dem Europ. Gerichtshof oder den Menschenrechten…

    PS: Ich konnte mich, mit Glück, mit drei WK’s weniger als Andere, mit 32 davonstehlen. Ich erthielt insgesamt einen Leichten Verweis, einen Schweren Verweis, und 5 Tage leichte Kiste, alles in der (erzwungenen) UO-Abverdien-RS. Ich war also KEIN FAN, bei Gott, trotzdem, ich habe zumindest gelernt, mich einigermassen ‚einzugliedern‘. Etwas, was sehr vielen jungen Männer beileibe nicht schaden könnte…

  2. Bingo. Ich habe meinen Stimmtzettel schon letzte Woche abgeschickt, und genau gleich gestimmt (5x Ja, gleiche Vorlagen, auch aus Winterthur) ^^

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